BMW R80RT Bobberprojekt

14.01.2022 – Ich habe mir endlich einen lang gehegten Traum erfüllt, ich will mal einen eigenen Bobber auf Basis einer BMW Boxermaschine bauen und habe dazu heute die Basis gekauft und überführt. Lange schon faszinieren mich die Bobber von Walzwerk oder auch Sport Evolution, sind aber unbezahlbar. Aber eine BMW trotz hohen Alters ist schon recht hoch im Preis und der scheint weiter zusteigen. Daher habe ich lange gesucht und gespart. Es finden sich zwar noch so einige Exemplare am Markt und die Preise gehen ganz schön auseinander, doch oftmals sind die Maschinen ziemlich runtergekommen und es ist schwer, eine halbwegs brauchbare Basis zu finden. Da ich eh umbauen wollte, war mir originaler Zustand eigentlich nicht ganz so wichtig. Doch der Motor sollte sauber und trocken sein und ich ein gutes Gefühl mit diesem haben. Als Basis kam eigentlich nur eine Monolever R65, R80 oder R100 in Frage. Die R65 war im Preis noch halbwegs akzeptabel, hat aber fast immer nur 27PS. Wenn, dann sollte es schon eine R80 oder R100 sein. Und so ist es eine R80RT geworden, wenn auch etwas über angedachtem Budget.

Ich habe das Motorrad mit weniger als 50Tkm und einem wirklich ansprechenden Aussehen aus Bawinkel, nahe der holländischen Grenze abgeholt. Wurde in Holland 1991 gekauft und lief da wohl auch lange. Sie hat aber nun deutsche Papiere. Sie hat die normalen 50PS. Für einen Händler war der Preis sehr gut, auch wenn ich eigentlich weniger ausgeben wollte. Was solls, die Basis scheint zu passen, auch wenn schon gleich die Batterie zu wechseln ist. Bei der Probefahrt war davon noch nichts zu spüren, da sprang sie klaglos an. Die Batterie wurde aber auch kurz davor erst frisch geladen. Könnte schlimmer kommen. Sie hat ein YSS-Federbein hinten verbaut, bestimmt besser als das Original. Der Händler hat vor Abholung noch die Ventile neu eingestellt, waren schon recht laut bei der Probefahrt.

Warum Monolever? Ich finde die Einarmschwinge mit dem seitlichen Federbein absolut geil. Das wirkt wie eine moderne Maschine und es muss nichts an den Federbeinen geändert werden. Die Twinshock sieht mMn sehr altbacken aus und die beiden Federbeine hinten stehen steil und unförmig in der Gegend rum, ohne harten Umbau nichts für einen Bobber. Der Kardan und Antrieb beim Monolever sieht ziemlich Klasse aus, sehr dezent und toll anzusehen. Der Paralever als Alternative bei einer R80R oder R100R gefällt mir dabei nicht, trägt irgend wie viel zu dick auf. So ein Modell ist etwas jünger und die Preise sind nicht ganz so hoch.

Ich habe es auch bei privaten Anbietern probiert. Doch irgend wie werden die Menschen immer komischer. Auf der einen Seite stellen sie eine Annonce ins Netz, aber wenn sich dann einer meldet reagieren sie nicht oder strange. Eine R65 wollte ich anschauen. Es kam nach Ewigkeit auf meine Anfrage nur „Die Möglichkeit besteht.“. Weitere Kommunikation versackte im Sand. Ein Anderer hat nur einmal auf mein Telefonat reagiert und dabei gesagt, dass er wohl die Maschine wieder aus dem Netz nehmen will, mir dennoch einen Besichtigungstermin vorgeschlagen. Da sollte ich vorher nochmal anrufen, doch das wurde ignoriert. So war der Kontakt mit Brinker-Motorcycles wenigstens ein Lichtblick und absolut professionell.

Erste Bilder vom Gesamtzustand bei der Überführung.

Und hier mal ein Beispiel von Sport Evolution, in welche Richtung es gehen soll. Bobbersitz, ESD, seitliches Kennzeichen, keine Fender, kurzer Scheinwerfer, LED-Blinker und -rücklicht, kleiner Tacho – alles vorab schon mal mit der Dekra abgestimmt. Sollte also insofern alles akzeptiert werden.

Erste Arbeiten widmen sich der Demontage der Verkleidung und des Hecks. ESD, Bobbersitz und seitlicher Kennzeichenhalter sollen zu Beginn verbaut werden. Anschließend dann Arbeiten an der Front mit Scheinwerfer, Blinker usw.. Ziel erst einmal ist es, alles rückbaufähig zu lassen, damit der Originalzustand wiederherstellbar bleibt. Aber eigentlich kann ich mir nicht vorstellen, dass das ein mögliches Verkaufsargument sein wird. Mal sehen, wie sich der Umbau so gestaltet. Evtl. wird mir das dann irgend wann egal sein, muss ich doch den ganzen abgebauten Mist irgend wie einlagern und aufheben.

15.01.2022 – Heute habe ich die Garage vorbereitet für das Projekt und die desolate Batterie ausgebaut. Dabei habe ich die Maschine noch einmal gestartet mit der Powerbank und ein paar Runden durch den Garagenhof gedreht. Der Motor läuft absolut top, rund, weich, sauber – faszinierend. Gleich noch mal ein paar Bilder vom Urzustand zur Dokumentation.


17.01.2022 – War heute mal kurz in der Garage und habe das Heck demontiert. Das war in weniger als ner halben Stunde erledigt. Das Ergebnis sieht schon mal sehr imposant aus, ist das Heck nun gleich schön clean geworden. Toll sieht man auch den Monolever und das Rad. Bin beeindruckt von diesem ersten Schritt. Weiterhin habe ich mich heute um die Bestellung der ersten und wichtigsten Teile gekümmert. Bestellt sind ESD, Bobbersitzkit, seitlicher Kennzeichenhalter, Heckkabelbaum, Blinker und Spiegel. War ne ganz schöne Summe, das hatte ich aber eingeplant.


18.01.2022 – Heute wurden die Kung Long-Batterie und die kleine Hebebühne geliefert. Die Batterie ist deutlich kleiner als das Original, passt aber von den Maßen her gut in die Aufnahme. Nur die Verspannung passend für das Original ist nun zu lang. Ich muss mir also eine Befestigung einfallen lassen. Ich hab die Batterie gleich getestet – sie zieht super durch und der Boxer springt gut an. Die Hebebühne brauche ich, wenn ich den Hauptständer abnehmen möchte, um das Krad dann anheben zu können. Den hab ich heute noch nicht getestet.

Dann habe ich die Zeit auch gleich noch genutzt, um die Verkleidung und die Sturzbügel zu demontieren. Alles ziemlich fummelig, ging dann aber doch leichter als gedacht. Etwas pfriemelig war der Abbau der Scheibe mit dem mittig sitzenden Bügel. Dieser ist von vorn eingesteckt und von hinten mit M8-Muttern an den Stehbolzen verschraubt. Da kommt man ran, wann das Standlicht ausgebaut wurde. Nervig waren auch die Einbauinstrumente, die sehr fummelig aus dem Dashboard auszubauen waren. Es wurden Faltenbalge installiert. Daher waren auch die beiden Gummihutzen nicht mehr dran, die nur bei ausgebauter Gabel abzunehmen wären. Insofern hat sich also wieder ein deutlicher Schritt nach vorn ergeben.

Nächster Schritt ist die Demontage des Scheinwerfer und des dahinter liegenden Geweihs. Dann werde ich mir die Front genau ansehen und mir einen Plan für einen Scheinwerfer plus Halterung machen. Die Instrumente sollen gegen ein kleines kompaktes Acewell ersetzt werden. Das kommt aber erst im nächsten Schritt. Somit werde ich erstmal die originalen Instrumente halbwegs vernünftig dran setzen. Die sind aktuell extrem hochgestellt.

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